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T E R M I N E 2014

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N E W S / P R E S S E

Chor aus Brasilien sang mit viel Temperament

 

Kempfeld. Kanzel und Empore waren für Fotografen beliebte Aufenthaltsorte bei ihrer Motivwahl, im Kirchenschiff standen die Besucher bei den Klängen der deutschen und brasilianischen Nationalhymne auf: ein ungewöhnlicher Beginn eines ungewöhnlichen Konzerts mit Akkordeonklängen und Gesang, zu dem der Verein Akkordeonorchester & Musikfreunde Hunsrück eingeladen hatte. Zwischen Mosel und Rom machte der Frauenchor aus Bom Principio auf einer Rundreise durch Europa in Kempfeld Station, sang mit bemerkenswert kraftvollen und temperamentvollen Stimmen Lieder, die Brasiliens Geschichte und Kultur widerspiegeln, und hatte natürlich auch andächtige Stücke im Gepäck und einige deutsche Volksweisen.

Nach Europa gekommen war der Chor aus der Region Rio Grande do Sul auf Einladung des Akkordeonorchesters aus Laufersweiler, das für die Südamerikaner am nächsten Tag einen Heimatabend in Laufersweiler vorbereitet hatte - in einer Region, die auch für die Südamerikaner eine Art Heimat ist: Schließlich waren viele Hunsrücker und Moselaner im 19. Jahrhundert in die Region Rio Grande do Sul ausgewandert.

Erika und Freimut Stephan, Leiterin und Vorsitzender des Orchesters, haben seit 1996 Kontakte zur barsilianischen Region. Mit den beiden fuhren Anita Thomsen, Presbyteriumsvorsitzende in Bruchweiler, im vorigen Jahr nach Brasilien. Folge: Die drei vereinbarten einen Auftritt in der Kirchengemeinde Schauren-Kempfeld-Bruchweiler. Bruchweilers Kirche war zu klein, also entschieden sie sich für die Kempfelder Kirche.

Das Akkordeonorchester spielte Stücke von Herb Alpert, Gospels und das israelische "Hava nagila", begleitete Freimut Stephan, der Léhars "Wolgalied" sang. Die Nachwuchsakkordeonisten Nils und Jonas Kessler spielten ein Seemanslied. Kräftigen Appluas erhielten Erika und Freimut Stephan mit ihrem Lied einer träumerischen Mondnacht.

Vorwiegend religiöse Lieder hatte der Kirchenchor Schauren-Kempfeld-Bruchweiler ausgesucht: "Herr deine Güte", "Gott gab uns den Atem", aber auch "Bund sind schon die Wälder".

In einem Dialekt, in dem sich das Hunsrücker Platt aus dem 19. Jahrhundert konserviert hat, erläutert ein Begleiter des brasilienischen Chores, Cesar Baumkatz, die Lieder der Truppe aus Bom Principio. Zum Beispiel über die schlimmen Jahre der Militärdiktatur bis 1985, die in einem Freiheitslied verarbeitet wurde. Dirigent Arlindo Silva tänzelte bei einer Hymne auf die Rose, bei "Gloria" wurde der Chor religiös; und auch Lieder aus der Heimat der Vorfahren baute der Chor mit ein: Er sang die Volksweisen "Rosemarie" und "Du, du, liegst mir am Herzen".

Text: Karl-Heinz Dahmer

Quelle(Text und Foto): Nahe-Zeitung Nr. 241 vom Dienstag, 16.10.2012, S. 19.